Freitag, 22. Januar 2010

Prêt-à-porter vs. Freakshow

Jetzt habe ich mir über ein halbes Jahr Zeit gelassen um mit etwas Abstand und abgekühlten Emotionen über meine Hundeschau-Erlebnisse des letzten Sommers zu berichten. Vorab sei gesagt das ich nicht im Geringsten etwas gegen den Deutschen Schäferhund habe.

Es war an einem sommerlichen Tag des Jahres 2009 an dem ich mich wunderte, dass anhaltendes, scheinbar 100-faches Gebelle auf meinen Balkon schallte. Bei einer darauffolgenden neugiergetriebenen Gassirunde, die mich an die 2 km entferte Donau führte, fiel es mir wieder ein: Die Weltmeisterschaft der Schäferhunde machte dieses Wochenende wieder in unserer Stadt halt. In Zahlen hieß das: 2.000 vierbeinige Teilnehmer mit 30.000 zweibeinigen Fans - beides aus aller Welt. Jede noch so kleine Wiese rund um das Ausstellungsgelände war mit einem Zelt oder einem Wohnwagen versehen und man konnte etlichen gassigehenden Hund-Halter-Gespanne sehen und hören.

In der Tageszeitung des nächsten Tages war ein Schäferhund abgebildet, der unter dem Jubel von tausenden Zuschauern herzaft in einen dargebotenen, gepolsterten Menschenarm biss. Im Text wurde erklärt, dass es bei einem weltmeisterwürdigen Schäferhund nicht nur auf die richtigen Körper-, und Kopfproportionen, sondern auch auf die Triebfestigkeit ankommt.

Triebfestigkeit? Ich war mir unsicher welcher Trieb dort gemeint war. Der stärkste Trieb unseres Hundis ist ja bekanntlich das Futtern:-) Aber der FCI-Rassestandard gab Aufschluß. Dort steht unter Wesen: Der Deutsche Schäferhund muß vom Wesensbild her ausgeglichen, nervenfest, selbstsicher, absolut unbefangen und (außerhalb einer Reizlage) gutartig sein, dazu aufmerksam und führig. Er muß Mut, Kampftrieb und Härte besitzen, um als Begleit-, Wach-, Schutz-, Dienst- und Hütehund geeignet zu sein. Für mich heißt das - in einer Reizlage darf und soll er kräftig zubeißen.

Szenenwechsel, Mattstett bei Apolda. Wir hatten unsere Hündin in der Veteranenklasse der Jubiläums-Schau zum 25-jährigen Bestehen der Gesellschaft der Bullterrier Freunde e. V. gemeldet. Ein kleines Hinweisschild und ein Feldweg reichten dort aus, um den paar verbliebenen Liebhabern der Rassen Bullterrier, Miniatur Bullterrier, Staffordshire Bullterrier und American Staffordshire Terriern den Weg zu weisen. Da ich das erstemal dort war, konnte ich nicht glauben das das Ausstellungsgelände gleich hinter der Hecke lag, denn....ich hörte ja nichts. Und ich meine wirklich nichts: kein Bellen, Quitschen, Jaulen, Schimpfen...einfach nichts.

Und dann waren wir auch schon mittendrin - Teil einer Gruppe von Freaks im positivsten Sinne. Nämlich Menschen die zum Teil noch interessanter, bunter und vielfältiger als ihre Partner am unteren Teil der Leine waren und sich nicht um die Meinung anderer kümmern, bzw. sich nicht durch die Politik von Ihrer Liebe zur Bullterrier-Rasse abbringen lassen. In Picknik-Atmosphäre und bei echter Thüringer Bratwurst (lecker) und Cola hatte ich viel Zeit die Hund/Halter Gespanne um mich herum zu beobachten. Dort wurde getätschelt, gut zugeredet und ungehemmt geküsst - gerade bei den Bullterriern. Aber auch im Allgemeinen lag über dem Platz mit ca. 350 Hunde viel Ruhe und Liebe. In den 8 Stunden konnte ich keine einzige Rangelei beobachten. Ich dachte immer meine Hündin wäre die einzige Knutschkugel, lernte aber an diesem Tag, dass es sich wohl eher um ein Rassemerkmal handelt.

Wobei ich auch hier sicherheitshalber noch einmal im FCI-Rassestandard nachgelesen habe. Das Wesen des Bullterriers soll demnach wie folgt sein: Der Bull Terrier hat ein ausgeglichenes Wesen und ist diszipliniert. Obgleich sehr eigensinnig, ist er im besonderen sehr gut gegenüber Menschen.

Aha, haben Sie es gemerkt?! Bei der Bullterrierzucht ist darauf zu achten das die Hunde gut zum Menschen sind. Bei der Schäferhundzucht ist es wichtig, dass er wenn nötig den selbigen packt. Aber welche Hunderasse von beiden ist es, für die eigene Verordnungen zum Schutz der Menschheit entworfen werden? Seltsam, seltsam...

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Samstag, 27. Juni 2009

Bastelanleitung Hundekombi

Nach dem ich für meinen Hund und mich die, wie ich finde, optimale Transportlösung gefunden habe, möchte ich sie euch nicht vorenthalten.

Hundekombi

Mit der Zeit habe ich aus meinem verbrauchsarmen und stadttauglichen VW Lupo einen Hundekombi gebastelt. Von Haus aus war es schon immer so, dass Hundi hinten auf den umgeklappten Rücksitzen seinen Platz hatte. Die erste Anschaffung war dan ein Ridgi-Car-Pad. Es ist strapazierfähig, abwaschbar, schützt den Einstieg vor Kratzern und die dahinter liegenden Autoteile vor Hundehaaren. Eher nicht so positiv ist das Material des Bodens, eine art Nylon - sehr rutschig auf dem Blech der umgeklappten Rücksitzbank. Erst recht, weil ja zwischen eigentlichem Kofferraum und umgekappten Rücksitz auch noch eine Stufe von 7 cm klaffte, da rutschte das Pad immer runterwärts.

Und so sieht meine Lösung aus: Erst habe ich mir einen Teppich gekauft mit dem ich die Rücksitzbank beklebt habe (Doppelklebeband). Damit war das Blech nicht mehr so rutschig auch im Winter auch nicht mehr so kalt.

Als nächstes besorgte ich mir Styroporplatten aus dem Baumarkt. Eine mit 7 cm Höhe gab es leider nicht, so dass ich eine mit 5 cm und 2 cm mit Styroporkleber zusammenklebte. Danach schnitt ich den so entstandenen 7 cm Styroporblock genau nach dem Schnittmuster vom urprünglichen Kofferraum aus und beklebte ihn ebenfalls mit dem selben Teppich.

Das Ergebnis war eine ebene, rutschgehemmte, stabile Riesenfläche wie in einem Kombi, die sich auch noch gut anfühlte und aussah! Sollte mal wieder der Originalzustand hergestellt werden müssen kann der Block einfach wieder entfernt werden.

Nun ist es aber so, daß der Hund im Auto gesichert werden muss. Da ich ihn nicht noch unnötig in der Bewegungsfreiheit einengen wollte habe ich mich für eine Trennung zwischen Fahrer und Kofferaum entschieden. Die Anforderung war, herausnehmbar, sicher und flexibel. Ein Netz, sowie die gängigen Klemm-Modellte schieden wegen Sicherheitsmängeln aus. Entschieden habe ich mich für den Roadmaster von Kleinmetall. Man kann ihn an den Kopfstützen befestigen. Einzig der Platz zwischen den beiden Vordersitzen wurde von unserm Hundi des öfteren zum durchschlüpfen genutzt. Hier wurde von mir eine stabile Plexiglasplatte an den Roadmaster gehängt und somit war das Problem gefixt.

Freitag, 26. Juni 2009

RIP MJ ILL MISS U

Kennt ihr das, mit einem Gedanken einzuschlafen und dem selben aufzuwachen? Normalerweise passiert mir das ja nur mit Ereignissen oder Personen die mir persönlich bekannt sind oder mir viel bedeuten. Aber jetzt hat es ein Künstler geschafft sich in meine Gedanken zu verstricken - Michael Jackson (25.06.09).

Bei allen wichtigen Dingen in meiner Jugend hat seine Musik im Hintergrund gedudelt: Ob es das erste mal Verliebt sein war, Klassenfahrten oder Abtanzen im Jugendclub. Hunderte Gespräche zwischen uns pubertierenden Mädels drehten sich damals um den King of Pop und seine Musik.

Mit ihm ist eine Zeit in meinem Leben für immer abgeschlossen. Ich habe in der letzten Nacht an meine damaligen Freundinnen gedacht, habe mich versucht an ihre Gesichter zu erinnern und an die Momente wo wir unbedingt nach der Schule zu Sandra mussten, weil ihr großer Bruder das Thriller-Album besaß und wie scharf wir darauf waren uns eine Kassette aufzunehmen. Es ist vorbei, bye bye ...

Donnerstag, 25. Juni 2009

Sitz! - oder er ist tod!

"Sitz! - oder er ist tod!" Wann erwarten SIE so einen Satz zu hören? Im Kriegsgebiet oder bei einem Banküberfall mit Geiselnahme? Wenn es gut und normal läuft sollte ein Deutscher Bundesbürger meiner Meinung nach diesen Satz niemals hören.

Mein Sohn musste sich diesen Satz bei einem Zugzwischenstop von einem Polizisten am Münchner Hauptbahnhof, mit Hand an der Dienstwaffe, sagen lassen - sein (sogenannter Kampf-) Hund war damals niedliche 6 Monate alt. Finno Aber anscheinend schon eine Gefahr für die Sicherheit der gesamten Münchner Innenstadt.

Als er mir das, immer noch deutlich unter Schock, erzählte, habe ich mir vorgestellt wie das mit dem gleichen Recht für alle in diesem Fall aussehen würde: Die Polizei stürmt den Garten von Oma Erna, weil ihr Dackel Waldi am gestrigen Familientreffen den kleinen Enkel in den Finger gezwickt hat (sie stirbt daraufhin an einem Herzinfarkt). Oder der Schäferhund von Onkel Manni, der dessen Freizeitgrundstück immer so wild kläffend verteidigt und auch schon mal jemanden gebissen hat, wird mitten auf dem Hundeplatz zwischen all seinen Hundekumpels standrechtlich erschossen. "Undenkbar" sagen sie jetzt - ich sage, undenkbar, weil sie die richtige Rasse besitzen....

Rassismus hört beim Menschen auf...

Ich möchte hier mein Leben als Hundehalter mit euch teilen. Mein Hund ist eine Bullterrier-Dame und zählt zu den sogenannten Kampfhunden Kategorie 2 in Bayern.

Bitte fragt mich jetzt nicht was Kategorie 2 bedeutet (beißt nur zwei mal so viel, zwei mal so fest, nur jeden Zweiten?).NEIN! Sie beißt natürlich niemanden - und hat es auch in ihrem bisher 8-jährigen Leben noch nicht getan.

Aber was sie unzweifelhaft macht, sie macht mein Leben noch bunter als es vorher war u n d sie beschert mir manche Diskussion mit den lieben Mitmenschen, die ich ohne sie niemals hätte.

Sollten Sie jetzt auch Lust darauf bekommen, jederzeit schwach von der Seite angepöbelt zu werden und sich als ungeliebtes, nichtintegrierbares und asoziales Mitglied dieser Gesellschaft zu fühlen, schaffen Sie sich einen sogenannten Kampfhund an oder (bessere Alternative) lesen Sie erstmal in meinem Blog :-)

Mein Lesestoff


Hugh Laurie
Bockmist


Frank Schätzing
Die dunkle Seite: Roman


Anja Jonuleit
Das Wasser so kalt



Ake Edwardson
In alle Ewigkeit


Werner Tiki Küstenmacher, Lothar J. Seiwert
Simplify your Life: Einfacher und glücklicher leben


Frank Schätzing
Tod und Teufel


Cecelia Ahern
P.S. Ich liebe Dich

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Zuletzt aktualisiert: 7. Jun, 12:29

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